News March 2012

 

   
Mar 25, 2012 Rollermörder von Toulouse getötet
  Der Serienmörder Mohammed Merah ist in Toulouse beim Sprung aus dem Fenster seiner Wohnung mit der Waffe in der Hand getötet worden. Am 19. März hatte der 23-jährige algerischstämmige Franzose vor einer jüdischen Schule in Toulouse einen Religionslehrer, seine beiden Söhne und ein weiteres Kind erschossen. Zuvor hatte er zwei französische Fallschirmjäger der Armee in Montauban getötet. Am 11. März hatte der Attentäter in Toulouse einen Fallschirmjäger in Zivil erschossen. Nach jeder Tat floh der Mörder auf einem gestohlenen Motorroller. Die Ermittler kamen ihm auf die Spur, nachdem er im Internet auf die Anzeige eines getöteten Fallschirmjägers geantwortet hatte, der ein Motorrad zum Verkauf anbot. Nachdem Merah sich 32 Stunden in seiner Wohnung versteckt hatte, drang die Eliteeinheit RAID am 22. März in die Wohnung ein. Merah schoss wild um sich und verletzte dabei einen der Polizisten. Beim Sprung aus dem Fenster wurde er von einem Scharfschützen erschossen. Mohammed Merah gab an, dem Terrornetzwerk Al-Qaida anzugehören. Die islamistische Organisation Dschund al-Chilafah bekannte sich zwar zu dem Anschlag auf die jüdische Schule, aber nicht zu den Morden an den französischen Soldaten. Bereits als Minderjähriger kam Merah mit dem Gesetz in Konflikt. Während eines Gefängnisaufenthalts studierte er den Koran. Er bereute seine Morde nicht, sondern bedauerte es, nicht noch mehr Menschen getötet zu haben. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bezeichnete Mohammed Merah als Monster.
 
 
Mar 18, 2012 Busunglück im Schweizer Autobahntunnel
  Im Schweizer Kanton Wallis ereignete sich am Abend des 13. März ein schwerer Busunfall. Ein belgischer Reisebus kam im Autobahntunnel De Regrouillon bei Siders von der Fahrbahn ab und prallte dann frontal gegen die Wand einer Nothaltebucht. Im Bus mit insgesamt 52 Menschen - 46 Kindern, drei Lehrern, einer Begleitperson und zwei Busfahrern - waren zwei belgische Schulklassen aus Flandern auf der Heimreise. Sie hatten im Val d'Anniviers ihre Skifreizeit verbracht. 22 Kinder und die sechs Erwachsenen starben noch am Unfallort. Die überlebenden 24 Kinder wurden zum Teil schwer verletzt. Für die Rettungskräfte war es ein sehr schwerer Einsatz. Da die Bussitze durch den Aufprall aus der Verankerung gerissen worden waren und sich dicht an dicht zusammengeschoben hatten, dauerte die Bergung über zwei Stunden. Besonders in den vorderen Sitzreihen waren die Kinder zwischen den Sitzen eingequetscht. Knochenbrüche an Armen und Beinen gehörten zu den leichteren Verletzungen. Als die Eltern der Opfer mit zwei Militärflugzeugen in die Schweiz geflogen wurden, wussten viele von ihnen nicht, ob ihr Kind noch lebte. Vor Ort wurden die Angehörigen der Todesopfer gebeten, die Leichen der Kinder zu identifizieren. Anschließend brachte man sie zur Unfallstelle, um das Geschehene besser verarbeiten zu können. Dort wurden sie von Fachleuten seelisch und psychisch betreut. Über die Unfallursache wird noch spekuliert. Die Busfahrer sollen beide ausgeruht gewesen sein und die Strecke gut gekannt haben. Eine Autopsie hat ergeben, dass der Fahrer weder Alkohol getrunken noch einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten hatte. Die Justiz untersucht mögliches technisches oder menschliches Versagen.
   
   
Mar 11, 2012 Japan gedenkt der Tsunami-Opfer
  Am 11. März gedachte Japan mit einer Schweigeminute den Opfern der Tsunamikatastrophe. Vor genau einem Jahr erschütterte um 14.46 Uhr ein schweres Erdbeben der Stärke 9,0 das Land. Eine dadurch ausgelöste 10 Meter hohe Tsunamiwelle riss mehr als 19.000 Menschen in den Tod. Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zu einer Unfallserie mit mehreren Kernschmelzen. In Tokio und den betroffenen Gebieten im Nordosten des Landes versammelten sich Tausende zu Gedenkfeiern mit Gebeten und Kerzen. Während einer Gedenkzeremonie im Nationaltheater von Tokio sprach Regierungschef Yoshihiko Noda den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und versicherte den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete. Auch Kaiser Akihito und seine Ehefrau, Kaiserin Michiko, nahmen an dieser Feier teil. Das Monarchenpaar hatte immer wieder Überlebende in Notunterkünften besucht und ihnen Mut zugesprochen. In der Stadt Koriyama protestierten ungefähr 16.000 Japaner gegen Atomkraft, in Tokio waren es rund tausend Menschen. Bei der Atomkatastrophe von Fukushima wurde fast zweieinhalb Mal soviel radioaktives Edelgas Xenon-133 freigesetzt wie bei der Explosion im Kernkraftwerk von Tschernobyl. Das Gas strömte vermutlich schon kurz nach dem Erdbeben aus, denn die Atomanlage in Fukushima wurde bereits durch die Erschütterungen beschädigt und nicht erst durch die Flutwelle. Zu diesen Ergebnissen kam eine Studie eines internationalen Forscherteams. Die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung sind noch nicht abschätzbar.
   
   
Mar 04, 2012 Putin gewinnt Präsidentschaftswahlen in Russland
  Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat die Präsidentschaftswahlen am 4. März mit 63,7 Prozent der Stimmen gewonnen. Seine vier Herausforderer landeten abgeschlagen bei unter 20 Prozent. Putin regierte bereits von 2000 bis 2008 als Präsident der Russischen Föderation. Nach der Verfassung darf ein Präsident aber nur zwei Amtszeiten von jeweils vier Jahren bekleiden. Daher konnte Putin 2008 nicht erneut antreten und überließ sein Amt seinem Vertrauten Dmitri Medwedew. Von 2008 bis 2012 war Putin Ministerpräsident. Er kann nun bis 2018 als Präsident im Amt bleiben. Die Opposition wirft Putin mehrere Verstöße gegen das Wahlrecht vor. Nach Einschätzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa gab es bei der Stimmenauszählung in jedem dritten Wahllokal Unstimmigkeiten. Neben Mehrfach-Stimmabgaben und manipulierten Wahlzetteln gaben Beobachter an, dass die Videokameras in den Wahllokalen nur zum Schein installiert worden waren. Zehntausende Bürgerbeobachter sollten Wahlfälschungen verhindern. Einige der 110.000 Menschen, die auf einen Platz nahe des Kreml gekommen waren, um Putins Rede zu hören, gaben später an, zu dieser Veranstaltung gezwungen worden zu sein. Kritisiert wird Putin vor allem wegen seines autoritären Führungsstils. Der frühere Geheimagent kann sich auf gute Kontakte zum Sicherheitsapparat stützen. Menschenrechtsorganisationen werfen Putin die Einschränkung der Pressefreiheit vor. Die Medien werden in Russland vielfach staatlich kontrolliert.