News December 2011

 

   
Dec 25, 2011 Christen in aller Welt feiern Weihnachten
  In der Nacht zum 25. Dezember feierten Christen auf der ganzen Welt das Weihnachtsfest. Auf dem Petersplatz in Rom spendete Papst Benedikt, das Oberhaupt der katholischen Kirche, den traditionellen Segen Urbi et Orbi (der Stadt und dem Erdkreis) und verlas in 65 Sprachen die Weihnachtsgrüße. Er kritisierte auch die Kommerzialisierung von Weihnachten, das zu einem Fest der Geschäfte geworden sei, deren greller Glanz das Geheimnis der Demut Gottes verdeckt. Er sagte auch, die falschen Gewissheiten und der intellektuelle Stolz hindere die Menschen daran, die Nähe Gottes zu sehen. In seiner Weihnachtsbotschaft rief er zu Frieden, Stabilität und Flüchtlingshilfe auf. Auch in Bethlehem, dem Geburtsort Jesu Christi, versammelten sich zehntausende Pilger. Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, bat in seiner Predigt für den Nahen Osten um Frieden, Stabilität und Sicherheit. Außerdem warb er in der Christmette um Versöhnung in Syrien, Ägypten, dem Irak und Nordafrika. Er kritisierte auch den Umgang mit den Palästinensern. Überschattet wurden die Weihnachtsfeierlichkeiten von einem Bombenanschlag in Nigeria. Bei einer Serie von Angriffen auf Kirchen starben am ersten Weihnachtstag 35 Menschen.
 
 
Dec 18, 2011 Schwere Unwetter auf den Philippinen
  Der Tropensturm "Washi" wütete in der Nacht zum 17. Dezember auf der zweitgrößten philippinischen Insel Mindanao. Mit bis zu 90 Stundenkilometern fegte er über den Süden des Landes. Innerhalb weniger Minuten zerstörten meterhohe Wasser- und Schlammlawinen Häuser, Brücken und Straßen, entwurzelten Bäume und knickten Strommasten ab. Nach starkem Regen, der zwölf Stunden angehalten hatte, schwoll das Wasser in den Flüssen in kurzer Zeit, trat über die Ufer und rauschte in einigen Gemeinden als zehn Meter hohe Wasserwand durch die Straßen. Die Bewohner wurden von den heftigen Überschwemmungen im Schlaf überrascht. Sie hatten vorausgegangene Sturmwarnungen nicht ernst genommen, weil die meisten Tropenstürme die Hauptinsel Luzon treffen. Mindestens 1.000 Menschen fanden in den Fluten den Tod. Die Regierung mobilisierte 20.000 Soldaten zur Katastrophenhilfe. 63.000 obdachlose Familien wurden in Rettungszentren untergebracht. Besonders betroffen sind die Städte Iligan und Cagayan de Oro. Dort stapeln sich die Toten vor der Leichenhalle. Da Wasserleichen schnell verwesen und sanitäre Einrichtungen in den Notunterkünften fehlen, wächst in der Krisenregion die Gefahr von Seuchen. "Washi" ist der 19. tropische Wirbelsturm, der die Philippinen in diesem Jahr heimsuchte. Er verursachte einen Schaden von mehr als 17 Millionen Euro.
   
   
Dec 11, 2011 Massendemonstrationen in Russland
  Zehntausende protestierten am 10. Dezember in Russland gegen das Ergebnis der umstrittenen Parlamentswahl vom 4. Dezember. In Moskau versammelten sich ungefähr 50.000 Menschen vor dem Kreml. Etwa 50.000 Polizisten und Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Hubschrauber kreisten über der Innenstadt. In St. Petersburg demonstrierten etwa 10.000 Menschen. In rund 90 Städten protestierten die Menschen gegen das Wahlergebnis. Dabei wurden ungefähr 1.600 Personen festgenommen. Der russische Regierungschef Wladimir Putin machte die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton für die Proteste mitverantwortlich. Ihre Kritik an der Wahl sei ein Auslöser für die Demonstrationen gewesen. Er warf den Vereinigten Staaten außerdem vor, Hunderte Millionen Dollar eingesetzt zu haben, um die Wahlen in Russland zu beeinflussen. Präsident Dmitri Medwedew will dem Vorwurf der Demonstranten, die Wahl sei zugunsten der Regierungspartei Einiges Russland manipuliert worden, nachgehen und das Wahlergebnis überprüfen lassen. Er sagte, mögliche Wahlfälschungen müssten verfolgt werden. Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa kritisierte die Wahl. Beobachter sprechen von häufigen Verfahrensverletzungen und Fällen offensichtlicher Manipulation. Es gebe ernsthafte Hinweise auf zusätzliche Stimmzettel in den Wahlurnen, die von den Abstimmungsberechtigten gar nicht abgegeben wurden.
   
   
Dec 04, 2011 Sturm auf britische Botschaft in Teheran
  Am Morgen des 29. November belagerten mehr als 300 Demonstranten die britische Botschaft in Teheran, um gegen die Ermordung des iranischen Atomwissenschaftlers Schahriari vor genau einem Jahr zu protestieren. Schahriari, der an einem der größten Atomprojekte des Landes beteiligt war, war bei einem Autobombenattentat ums Leben gekommen. Die iranische Regierung hatte damals die Vereinigten Staaten und Israel beschuldigt, in den Anschlag verwickelt zu sein. Die Demonstranten machten auch Großbritannien für Schahriaris Tod verantwortlich. Trotz des Einsatzes von 150 Polizisten zum Schutz der Botschaft stürmten etwa 200 Iraner das Gelände. Sie warfen Brandsätze, verbrannten britische Flaggen und verwüsteten Büros. Auch die Unterkünfte der insgesamt 24 britschen Botschaftsmitarbeiter in einem anderen Stadtteil wurden schwer beschädigt. Viele dienstliche und persönliche Gegenstände wurden dabei zerstört oder gestohlen. Ein weiterer Grund für die Erstürmung waren die Sanktionen, die am 22. November wegen des iranischen Atomprogramms von den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Kanada gegen den Iran verhängt worden waren. Der britische Außenminister Hague vermutet, dass die iranische Regierung zumindest zu einem gewissen Grad den Angriffen zugestimmt hat. Die britische Regierung zog sofort alle Diplomaten aus Teheran ab und verlangte die Schließung der iranischen Botschaft in London. Das iranische Außenministerium bedauerte die Erstürmung. Dennoch wurden elf verhaftete Botschaftsbesetzer am 30. November ohne Angabe von Gründen freigelassen.