News November 2011

 

   
Nov 27, 2011 Überflutungen und Erdrutsche in Süditalien
  Starke Regenfälle haben in Süditalien Überschwemmungen und zahlreiche Erdrutsche verursacht. Die Regionen Kalabrien und Sizilien waren besonders betroffen. Im kalabrischen Catanzaro entgleiste ein Regionalzug nach einem Erdrutsch. Dabei erlitten mehrere Passagiere Prellungen. In Saponara bei Messina auf Sizilien erfassten große Schlammmassen eine Reihe von Häusern. Mindestens drei Menschen kamen dabei ums Leben. Ein zehnjähriger Junge, ein 55-jähriger Mann und sein 25-jähriger Sohn konnten nur noch tot aus den Schlammmassen geborgen werden. Der Feuerwehr gelang es jedoch, eine 24-Jährige zusammen mit einer älteren Frau zu befreien. Auch das Militär war an den Rettungsarbeiten beteiligt. In der ostsizilianischen Stadt Barcellona Pozzo di Gotto trat der Fluss Longano über seine Ufer. Wegen der Überschwemmungen stürzte eine Brücke ein. Die Wassermassen schnitten etwa 50 Familien von der Außenwelt ab. In Messina und im kalabrischen Catanzaro blieben die Schulen geschlossen. Die Zugverbindung zwischen Catanzaro und Crotone war wegen einer auf die Bahngleise gestürzten Mauer unterbrochen. Auch in der Region Apulien wurde Unwetteralarm ausgerufen. Erst Anfang November war Norditalien von schweren Unwettern getroffen worden, die die Regionen Ligurien und die Toskana heimgesucht hatten. Dabei waren 16 Menschen ums Leben gekommen.
 
 
Nov 20, 2011 Schwere Ausschreitungen in Kairo
  In der ägyptischen Hauptstadt kam es am 19. November auf dem Tahrirplatz erneut zu heftigen Auseinandersetzungen. Nach den Massenprotesten gegen den Militärrat lieferten sich Demonstranten und Polizisten heftige Straßenschlachten. Die Polizei setzte Tränengasgranaten und Gummigeschosse ein. Dabei wurde ein Mensch getötet und fast 700 weitere Demonstranten verletzt. Die Verletzten wurden in improvisierten Krankenstationen behandelt. Bereits einen Tag vorher hatten Zehntausende friedlich demonstriert. Dutzende Aktivisten hatten Barrikaden in der Nähe des Innenministeriums aufgebaut. Als Polizisten diesen Sitzstreik am nächsten Tag beendeten, bewarfen die Demonstranten sie mit Steinen und zündeten einen Polizeiwagen an. Daraufhin wurden 20 Menschen festgenommen. Abends strömten immer mehr Menschen ins Stadtzentrum und errichteten provisorische Straßensperren. Die Demonstranten sind entweder Anhänger der Muslimbruderschaft oder Angehörige linker und liberaler Gruppen. Sie werfen der Übergangsregierung vor, die Politik des gestürzten Präsidenten Husni Mubarak fortzusetzen und fordern den Militärrat auf, die Macht an Zivilisten zu übergeben. In Ägypten wird am 28. November ein neues Parlament gewählt. Anschließend soll eine neue Verfassung ausgearbeitet werden.
   
   
Nov 13, 2011 Italiens Ministerpräsident Berlusconi tritt zurück
  Nach einer Wahlniederlage trat Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi am 12. November offiziell zurück. Der skandalträchtige Politiker sorgte immer wieder für Schlagzeilen. Seine Männerfreundschaften, unter anderem mit Libyens früherem Staatschef Muammar el Gaddafi, waren umstritten. Seine Vorliebe für schöne, junge Frauen und Beziehungen zu Minderjährigen sorgten in der italienischen Bevölkerung für Unmut. Seine zweite Frau Veronica Lario reichte deswegen im Mai 2009 die Scheidung ein. Die Eheprobleme wurden mehrfach in der Öffentlichkeit ausgetragen. Zu Berlusconis Affären kamen etliche strafrechtliche Ermittlungen und Prozesse. Der Politiker stand mehrmals wegen Schmiergeldzahlungen, gefälschten Bilanzen, Steuerbetrug, illegaler Parteifinanzierung, Amtsmissbrauch und Förderung der Prostitution Minderjähriger vor Gericht. Er hatte bereits früh Kontakte zur Mafia. Sein Vater war Direktor der Rasini-Bank in Mailand, die Mafiagelder wusch. Auch politisch wurde Berlusconi zuletzt fehlende Glaubwürdigkeit nachgesagt. Nachdem die Ratingagentur Standard and Poor's das hoch verschuldete Italien herabgestuft hatte, verloren die Finanzmärkte und Europa das Vertrauen in Berlusconi und seine Politik. Kritik für das unmoralische Bild der italienischen Politik bezog er auch von den italienischen Bischöfen und vom Papst. Dabei ist jeder konservative Politiker in Italien auf die Kirche angewiesen. Berlusconis Nachfolger ist der anerkannte parteilose Wirtschaftsexperte Mario Monti.
   
   
Nov 06, 2011 Julian Assange wird nach Schweden ausgeliefert
  Der Wikileaks-Gründer Julian Assange hat seinen Berufungsprozess verloren. Der High Court in London bestätigte am 2. November seine Auslieferung nach Schweden. Der Vorwurf der Verteidigung, diese Auslieferung sei ungerecht und ungesetzlich, wurde zurückgewiesen. Assange kann nun innerhalb von zwei Wochen zum letzten Mal Berufung beim höchsten Gericht, dem Supreme Court, einlegen. In Schweden wurde Ende August 2010 ein Haftbefehl gegen ihn erlassen, weil er dort angeblich zwei Frauen sexuell belästigt und vergewaltigt haben soll. Zu diesen Vorwürfen soll der australische Aktivist nun von der schwedischen Justiz vernommen werden. Assange bestreitet diese Anschuldigungen und vermutet eine politische Verschwörung, denn sein eigentliches "Verbrechen" ist die Veröffentlichung geheimer US-Militärdokumente und Videoaufnahmen, die die Missstände bei der Besetzung Afghanistans und des Iraks enthüllen. Assanges Unterstützer bezeichnen das Urteil des High Courts als eine internationale Kampagne unter der Führung der US-Regierung und der amerikanischen Geheimdienste mit dem Ziel, Wikileaks unschädlich zu machen. Im Falle einer Auslieferung nach Schweden droht Assange eine monatelange Einzelhaft. Nach Ansicht seiner Anwälte könnte er auch in die USA ausgeliefert werden, wo ihm die Inhaftierung in einem Militärgefängnis auf unbestimmte Zeit oder möglicherweise sogar die Todesstrafe droht.